WWF warnt vor neuen Konflikten
Paris (dpa) - Zur Eröffnung des Weltwasserforums in Marseille hat die Umweltschutzorganisation WWF vor einer Zuspitzung der globalen Wasserkrise gewarnt. Seit der Jahrtausendwende sei es weltweit zu mehr als 50 gewaltsamen Konflikten um die Nutzung von Wasser gekommen, teilte der World Wide Fund For Nature (WWF) am Montag mit. Die steigende Nachfrage nach Energie und Nahrung drohe die ohnehin schon schwelende Wasserkrise noch weiter zu verschärfen und vermehrt zu Auseinandersetzungen zu führen.
Bei dem Weltwasserforum 2012 in der südfranzösischen Hafenstadt wollen Politiker und Experten eine Woche lang über den Zugang zu sauberem Wasser, über Wasserrechte und den Einsatz moderner Technologien beraten. Insgesamt werden rund 20 000 Teilnehmer erwartet. Mehr als eine Million Menschen kämen jährlich wegen verunreinigtem Wasser ums Leben, sagte Frankreichs Premierminister François Fillon am Montagvormittag zur Eröffnung der Veranstaltung. «Das ist eine nicht hinnehmbare Situation.»
Auch die deutsche Bundesregierung erwartet von dem Treffen klare Signale. Der Zugang zu Wasser und Sanitärversorgung sei eine der dringendsten, die gesamte Menschheit betreffende Herausforderung, kommentierten das Umwelt- und das Entwicklungsministerium. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen werden im Jahr 2025 zwei Drittel der Weltbevölkerung von Wasserknappheit betroffen sein. Fast 900 Millionen Menschen auf der Welt haben demnach keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, 2,6 Milliarden Menschen keinen zu adäquaten sanitären Einrichtungen.
Die deutsche Delegation in Marseille wird von der Parlamentarischen Staatssekretärin Gudrun Kopp geleitet. «Wir müssen die heutige Zugangskrise überwinden», kommentierte die FDP-Politikerin zum Auftakt des Treffens. «Das Weltwasserforum kann jetzt entscheidende Weichen stellen.»
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